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Vom Engpass zur Chance: Wie EVUs ihre Transformation wieder beschleunigen können

Die Energiewirtschaft befindet sich aktuell in einer wichtigen Umbruchphase. Politische Rahmenbedingungen, Dekarbonisierung und neue Geschäftsmodelle erhöhen den Veränderungsdruck. Gleichzeitig zeichnen die Ergebnisse der aktuellen Utility-Studie ein recht klares Bild: Die zentralen Herausforderungen liegen weniger in fehlenden Budgets oder unzureichender Technologie, sondern vielmehr in einigen grundlegenden
Engpässen innerhalb der Organisationen selbst.

Die drei zentralen Problemfelder der EVU-Branche

Die Untersuchung identifiziert drei Kernprobleme, die sich durch nahezu alle
Energieversorgungsunternehmen (EVU) ziehen:

  • Fehlendes Know-how
  • Fachkräftemangel
  • Daraus resultierend: chronischer Zeitmangel

Diese Kombination wirkt wie ein struktureller Bremsklotz – und verhindert, dass Unternehmen ihr eigentlich vorhandenes Potenzial ausschöpfen.

Die direkten Folgen: Stillstand statt Transformation

Die Auswirkungen dieser Engpässe sind gravierend und zeigen sich besonders deutlich in operativen und strategischen Bereichen:

1. Digitalisierung bleibt stecken
Viele EVUs kommen bei Digitalisierungsvorhaben kaum voran – insbesondere im technischen und gewerblichen Umfeld. Projekte verzögern sich oder werden gar nicht erst gestartet, weil Ressourcen fehlen oder internes Wissen nicht ausreicht.

2. Innovation findet kaum statt
Themen wie Künstliche Intelligenz oder datengetriebene Geschäftsmodelle bleiben häufig Theorie. Es fehlen klare Strategien, konkrete Anwendungsfälle und vor allem die Kapazitäten, um Innovationen umzusetzen.

3. Prozesse sind ineffizeint
In vielen Unternehmen bestehen deutliche Schwächen in den Prozessstrukturen. Optimierungen werden zwar erkannt, aber nicht konsequent umgesetzt – ein klassisches Symptom von Ressourcenmangel.

4. Fachkräftemangel ohne akzeptierte Lösung
Obwohl der Fachkräftemangel als zentrales Problem erkannt ist, werden mögliche Lösungsansätze wie Business Process Outsourcing (BPO) bislang nur zögerlich angenommen. Es fehlt an Vertrauen, Erfahrung oder klaren Strategien für den Einsatz.

Viele Unternehmen setzen im Zuge der Transformation auf moderne IT-Lösungen, um Prozesse zu vereinfachen, Effizienzpotenziale zu heben und Innovationen zu unterstützen. Diese Ansätze können einen wichtigen Beitrag leisten und bieten zahlreiche Chancen für die Weiterentwicklung der Organisationen.

Gleichzeitig zeigt die Studie, dass der nachhaltige Erfolg weniger von einzelnen
Technologien abhängt, sondern vor allem von den organisatorischen Rahmenbedingungen. Entscheidend sind ausreichendes Know-how, klare strategische Leitplanken und die gezielte Verfügbarkeit von Ressourcen. Erst im Zusammenspiel dieser Faktoren können digitale Lösungen ihr volles Potenzial entfalten und einen spürbaren Mehrwert schaffen.

Was jetzt enscheidend ist

Die Zukunft der Energiewirtschaft entscheidet sich nicht allein an technologischen Investitionen – sondern an der Fähigkeit, Organisationen neu zu denken.

Erfolgreiche EVU werden:

  • gezielt Know-how aufbauen oder einkaufen
  • neue Wege im Umgang mit Fachkräftemangel gehen
  • Prozesse konsequent vereinfachen und standardisieren
  • Technologie als Werkzeug verstehen - nicht als Lösung

Fazit

Die Branche steht nicht vor einem Technologieproblem, sondern vor einem Umsetzungsproblem. Wer die drei zentralen Engpässe – Know-how, Fachkräfte und Zeit – nicht aktiv adressiert, wird auch mit den besten digitalen Lösungen keinen nachhaltigen Fortschritt erzielen.

Die gute Nachricht: Genau hier liegt auch die größte Chance. Unternehmen, die diese strukturellen Herausforderungen jetzt angehen, können sich einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil in der Energiewirtschaft von morgen sichern.

Simone Kiefer
Fachbereichsleiterin Marketing
prego services GmbH

Simone Kiefer leitet den Fachbereich Marketing der prego services GmbH und ist Verfasserin sowie Konzeptionerin der Utility 4.0 Studie. Mit Expertise in der Energiewirtschaft verbindet sie strategisches Marketing mit fundiertem Branchenwissen.

Lassen Sie uns über Ihre Herausforderungen sprechen

Gemeinsam finden wir Wege, wie Sie Ressourcenengpässe überwinden und Ihre Transformation voranbringen.

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